2026: Disclosure Day (Der Tag der Wahrheit, Regie: Steven Spielberg)

Der neue Steven Spielberg-Film wird 2024 zunächst als Untitled Steven Spielberg Amblin Universal Event Film angekündigt.
Erst am 16. Dezember 2025 enthüllt Universal Pictures den offiziellen Titel Disclosure Day (für den deutschen Markt frei übersetzt: Der Tag der Wahrheit).
Teaserposter (Abb.) nennen das Datum für den US-Start: 12. Juni 2026.
Weltpremiere mit großem Staraufgebot am roten Teppich ist am 2. Juni im Le Grand Rex in Paris. Die UK-Premiere ist am 4. Juni in London, und die US-Premiere folgt schließlich am 8. Juni. In Deutschland startet der Film am 11. Juni.
Spielberg entwickelt die im Science-Fiction-Genre angesiedelte Story selbst. Über den genauen Inhalt ist nicht viel bekannt, aber der am 17. Dezember 2025 veröffentlichte Teaser-Trailer gibt erste Einblicke. Die Tagline lautet: „If you found out we weren’t alone, if someone showed you, proved it to you, would that frighten you?“
Da der Film von der Geheimhaltung um außerirdisches Leben handelt, nutzt das Marketing eine „Mystery-Strategie“. Die Werbung spielt gezielt mit der Frage „Was wäre, wenn wir nicht alleine sind?“, um eine virale Spannung aufzubauen, anstatt schon vorab zu viel von der Handlung preiszugeben.
Zum hohen Produktionsbudget passt der handverlesene Cast: u.a. Emily Blunt (The Devil Wears Prada, Oppenheimer), Josh O’Connor (The Crown, Challengers), Eve Hewson (Flora and Son, Bridge of Spies), Colman Domingo (Selma, Lincoln, Michael), Michael Gaston (Bridge of Spies), Colin Firth (Bridget Jones, The King’s Speech), Wyatt Russell (Monarch: Legacy of Monsters) und Elisabeth Marvel (Lincoln, House of Cards).
Für den Film stellt Spielberg ein bewährtes Team zusammen:
- David Koepp (Jurassic Park, War of the Worlds) verfasst das Drehbuch.
- Hinter der Kamera steht Janusz Kamiński (Schindler’s List bis The Fabelmans).
- Das Production Design übernimmt Adam Stockhausen (Bridge of Spies, Ready Player One, West Side Story).
- ILM ist federführend an den visuellen Effekten beteiligt.
- Für den Schnitt zuständig sind Sarah Broshar (dabei seit The Adventures of Tintin) und der inzwischen 95-jährige Michael Kahn (Spielbergs Cutter seit Close Encounters of the Third Kind).
- Costume Designer ist Paul Tazewell (West Side Story).
- Kristie Macosko Krieger zeichnet wieder als Produzentin verantwortlich (für Spielberg in dieser Funktion seit A.I. Artificial Intelligence).
- Im Alter von 93 Jahren ist auch Komponist John Williams wieder an Bord. Seit Beginn ihrer Zusammenarbeit (The Sugarland Express) ist dies seine 30. Filmkomposition für einen Steven Spielberg-Film.
Die Dreharbeiten beginnen am 26. Februar 2025 in New Jersey, Atlanta, New York City und Huntington. Weitere Szenen entstehen im März 2025 auf der Cape May Seashore Lines-Eisenbahnstrecke im Süden von New Jersey und Anfang April im Stadtteil McGinley Square in Jersey City. Drehschluss ist Ende Mai 2025.
Disclosure Day wird komplett auf analogem 35mm-Film gedreht und hat eine Lauflänge von 145 Minuten (PG-13) in einem Seitenverhältnis von 2.39 : 1. Vorführungen erfolgen digital, in IMAX oder auf 70mm-Film.





Interview mit Steven Spielberg
Übersetzte Fassung aus der Late Show mit Stephen Colbert am 20. Mai 2026
Original auf YouTube: Teil 1 und Teil 2
Über John Williams und die 30. Zusammenarbeit
Stephen Colbert:
Sie haben kürzlich einen weiteren großen Meilenstein erreicht: Sie sind jetzt EGOT-Gewinner* – unter anderem durch die Dokumentation Music by John Williams. Herzlichen Glückwunsch! Das muss für Sie besonders bedeutsam sein, weil es um Ihren langjährigen Weggefährten geht.
Steven Spielberg:
John ist einer der außergewöhnlichsten Menschen, mit denen ich je gearbeitet habe. Er ist wahrscheinlich der wichtigste kreative Partner meines gesamten Berufslebens.
Disclosure Day ist bereits der 30. Film, den er für mich vertont hat. Nach The Fabelmans dachte ich eigentlich, das wäre unsere letzte Zusammenarbeit. John dachte das ebenfalls. Er wollte sich zurückziehen und für keinen anderen Regisseur mehr komponieren.
Aber ich habe wieder bei ihm angeklopft und gesagt:
„John, ich möchte, dass du diesen Film machst.“
Daraufhin schlug er mir erst einmal vier andere Komponisten vor. Ich fragte ihn:
„Schreibst du noch Musik?“
Er sagte: „Ja.“
„Liebst du es noch?“
„Ja.“
Und ich:
„Dann komponiere bitte auch die Musik zu meinem 30. Film.“
Und er tat es.
Colbert:
Also ist es bei Spielberg wie in der Mafia: Man kommt da einfach nicht raus.
Spielberg:
Nein. Es gibt kein Entkommen.
Colbert:
Sie haben ihm wohl ein Angebot gemacht, das er nicht ablehnen konnte.
Spielberg:
Genau.
Worum es in Disclosure Day geht
Spielberg:
Der Film ist im Kern eine Jagd nach der Wahrheit. Es geht um ein geheimes Archiv mit sämtlichen Informationen über UFOs und außerirdische Besuche auf der Erde – beginnend mit Roswell 1947.
Innerhalb der Organisation, die diese Informationen jahrzehntelang verborgen hielt, stehlen Whistleblower schließlich das gesamte Archiv. Diejenigen, die verhindern wollen, dass die Wahrheit ans Licht kommt, nehmen die Verfolgung auf.
Im Zentrum stehen die Figuren von Emily Blunt und Josh O’Connor. Josh O’Connors Figur entdeckt plötzlich, dass er eine Sprache versteht, die ihm zuvor vollkommen unbekannt war.
Etwas hat diese Menschen verändert – und ihnen besondere Fähigkeiten verliehen. Keine typischen Superkräfte wie bei Marvel oder DC, sondern Fähigkeiten, die mit menschlicher Verbindung und Empathie zu tun haben.
Empathie als „Superkraft“
Colbert:
Was mich besonders bewegt hat, war Ihre Entscheidung, Empathie als eine Art Superkraft darzustellen. Emily Blunts Figur kann Menschen tief verstehen – und dadurch verändern.
Spielberg:
Wenn man für nur fünf Sekunden wirklich zu dem Menschen werden könnte, mit dem man spricht – wenn man alles fühlen könnte, was dieser Mensch erlebt hat –, dann gäbe es auf dieser Welt wahrscheinlich viel mehr Kooperation zwischen uns als Spezies.
Über Außerirdische und die Entwicklung seiner Sichtweise
Colbert:
Bereits in Close Encounters of the Third Kind spielten Musik und Mathematik eine große Rolle bei der Kommunikation mit Außerirdischen. Wie hat sich Ihre Sicht auf außerirdisches Leben in den letzten fast 50 Jahren verändert?
Spielberg:
Mich hat das Thema immer fasziniert. Ich glaube, dass das Universum voller Leben ist. Die große Frage lautet nur:
Hat uns dieses Leben jemals besucht? Oder interagiert es vielleicht sogar heute mit uns?
Als ich Close Encounters drehte, dachte ich:
„Wäre es nicht wunderbar, wenn all das eines Tages wahr wäre?“
Heute, nach allem, was seit 1977 passiert ist, kann ich Disclosure Day machen und sagen:
„Wird es nicht faszinierend sein, wenn die Menschen erkennen, dass all das tatsächlich wahr ist – und vielleicht schon immer wahr war?“
Wer sollte die Menschheit vertreten?
Colbert:
Wenn Außerirdische landen würden – wer sollte die Menschheit vertreten?
Spielberg:
Ich finde ehrlich gesagt: ich sollte das tun.
Ich habe Close Encounters gemacht, meinen ersten Alienfilm bereits mit 17 gedreht (Firelight), später E.T. the Extra-Terrestrial, Men in Black mitproduziert und War of the Worlds gemacht.
Ich habe praktisch schon eine diplomatische Rolle gegenüber Außerirdischen übernommen.
Und trotzdem haben sie sich mir nie gezeigt. Das ist wirklich unfair (lacht).
Hat sich Spielberg als Regisseur verändert?
Colbert:
Sind Sie heute ein anderer Regisseur als damals, als Sie als Teenager Super-8-Filme drehten?
Spielberg:
Natürlich verändert man sich ständig. Niemand kennt sich selbst wirklich vollständig. Wir entwickeln uns weiter.
Ich habe sieben Kinder und sechs Enkelkinder. Kinder verändern einen. Jeder Tag verändert einen. Man sammelt Weisheit – oder verliert manchmal welche.
Meine Filme spiegeln immer wider, wer ich gerade in diesem Moment meines Lebens bin.
Aber eine Sache hat sich nie verändert:
Meine Liebe zum Geschichtenerzählen.
Meine Freude daran, Geschichten für ein Publikum zu erzählen.
Das Gefühl, morgens ans Set zu kommen – diese Mischung aus Vorfreude, Nervosität und Lampenfieber –, ist heute noch genauso wie damals, als ich als Kind mit einer 8-mm-Kamera experimentierte.
Das hat sich nie geändert.
* Damit ist Spielberg einer von 22 Personen, die jeweils mindestens einmal mit folgenden Awards ausgezeichnet wurden: Emmy, Grammy, Oscar, Tony.
